Ein Fünf-Sinne-Essen bitte!
Die Errungenschaften der Zivilisation sind so reichhaltig wie die Köstlichkeiten, die die Vermischung der Kulturen uns beschert hat. Herrscht nicht gerade Krieg oder eine Hungersnot, können wir diese besonderen Geschenke für den Magen auch einfach nur genießen, anstatt uns einer einzig dem Überlebenszweck dienenden Nahrungsaufnahme hingeben zu müssen. Ausgestattet mit äußerster Probierfreudigkeit im Zuge einer riesigen Auswahl an Spezialitäten aus aller Herren Länder, kann sich diese anerzogene Geschmacksliberalität jedoch schon mal in eine Qual verwandeln - etwa wenn wir uns nicht für ein Restaurant entscheiden können oder sich die Wahl als zu exotisch für uns entpuppt, so dass ein längerer Besuch auf der Toilette ansteht...
Vom Leid zur Freud
Jeder kennt, verwendet, hasst und liebt sie: Binsenweisheiten. Eine davon lautet: Probieren geht über Studieren. Stimmt zwar nicht immer und sollte auch unter keinen Umständen in jedem Lebensbereich Anwendung finden, aber im Falle der Gaumenfreude erscheint der Spruch recht passend - zumindest bis zum ersten Biss in eine schleimige Auster. Aber selbst die brutalste Gaumenfolter, die mit Sicherheit in den feinsten Gourmetkreisen der High Society auffindbar ist, hat ihre guten Seiten. Denn nur auf diese Art erweitern wir unseren geschmacklichen Horizont und können unbekannte Köstlichkeiten-Paradiese erobern.
Das Salz in der Suppe
Ein Trend aus gar nicht so junger Zeit hat sich im Laufe der Jahre besonders in den Großstädten bis zum Erbrechen kultiviert: Die Erlebnisgastronomie. Der Genuss eines Ein- bis Zehn-Gänge-Menüs ist wunderbar, aber vielen Genießern nicht mehr genug. Vielmehr muss es angereichert werden mit einem Entertainment-Programm der Extraklasse, wie eine Varietéshow, eine während des Essens aufgeführte Kriminalgeschichte, in der die Gäste aktiv mitspielen dürfen oder die Abwesenheit des Lichts. Immerhin möchten man ja auch etwas für sein Geld geboten bekommen!